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Zum zweiten Mal beteiligte sich der Frauenchor Altstätten unter seinem Dirigenten Jürgen Natter an einem internationalen Wettbewerb: nach Bratislava 2016, wo der Chor eine Silbermedaille gewann, war es heuer vom 1. bis 5. Mai das Interkultur Festival „Voices for Peace“ in Perugia/Assisi, an dem 17 Chöre aus 11 Nationen im Zeichen des Friedens und der Völkerverständigung teilnahmen. 36 Sängerinnen, der Chorleiter, die Pianistin Jolanta Stawarz und der Filmer Ueli Bietenhalder, der die Fahrt dokumentierte, reisten über Parma per Car in die schöne alte Etruskerstadt in Umbrien. Der Chor trat in der Kategorie „Gleichstimmige Erwachsenenchöre“ vor einer international besetzten dreiköpfigen Jury an. Gross war die Spannung, ob das Erarbeitete in einem solchen Umfeld bestehen konnte, ob die schon reiferen Stimmen gegen die vielen Jugendchöre, die naturgemäß besser klingen, eine Chance hatten.

Am Nachmittag des 2. Mai war es im Barockpalais der Università degli Stranieri soweit: Die Altstätter Frauen trugen auswendig zwei A-capella-Werke vor, das zeitgenössische „Carezze“ von Marco Maiero mit seiner differenzierten Dynamik und Palestrinas fließendes „Domine fili unigenite“. Daran schloss sich Mendelssohns rasantes „Hexenlied“ an, das den Flug der Hexen auf ihren Besen auf den Blocksberg in Tönen schildert, von Jola Stawarz virtuos am Klavier begleitet. Vielleicht war der Orakelspruch aus Vergils „Aeneis“: „Antiquas exquirite matres“ („Sucht die alten Mütter“), der über der Bühne stand, ein gutes Omen … Abends bei einem Freundschaftskonzert in der Kirche Sant’Antonio Abate trat der Chor gemeinsam mit Ensembles aus Italien und Slowenien auf und erntete nach zwei geistlichen Stücken und dem berühmten schweizerischen Guggisberger Lied besonders mit der schwungvollen „La Fanfare du Printemps“ von Joseph Bovet viel Applaus. Den Taktstock übernahm beim Freundschaftskonzert mit Bravour die Chorsängerin Angela Thalmann- Bietenhader, die zu Hause im Toggenburg eigene Chöre dirigiert.

Am Freitag bot sich bei einem Ausflug nach Assisi die Gelegenheit, in die spirituelle Welt der Heiligen Franziskus und Klara einzutauchen und die Kunstschätze dort zu bewundern. Bruder Thomas Freidel, ein deutscher Franziskanerbruder und Schwester Anke Oswald aus Tettnang, die in sympathischem Schwäbisch sprach, führten jeweils durch die Basilica San Francesco mit ihren weltberühmten Giotto-Fresken und das Kloster San Damiano. Am Samstag konnte man anderen Chören bei den Wertungen in der Kategorie „Geistliche Musik“ und bei der Abschlussveranstaltung in der gewaltigen Kirche San Domenico zuhören, wo einige der Teilnehmer aus China, der Slowakei, Slowenien, Griechenland, Russland und Finnland auftraten, allen voran der fabelhafte Sibelius High School Chamber Choir aus Helsinki, der drei Goldmedaillen errang.

Die Frauen aus Altstätten freuten sich über den schönen Erfolg ihres Silberdiploms, das dank des Engagements von Jürgen Natter und der künftigen Chorleiterin Iris Engelfried Meidert, die bereits einige Proben übernommen hatte, und natürlich dank des Einsatzes aller Frauen gewonnen wurde. Der Frauenchor dankt allen Gönnern für ihre treue Unterstützung und besonders der Rheintalischen Kulturstiftung, die dem Chor wieder das Vertrauen schenkte und dieses Projekt mit einem namhaften Beitrag unterstützte.

Foto: zVg